Presse

IHK stellt Ergebnis der Konjunkturumfrage vor

„Große Teile der Wirtschaft in unserer Regionen kommen pandemiebedingt nicht aus der Talsohle.”
So fasst IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons die aktuelle wirtschaftliche Lage im Bezirk der IHK für Ostfriesland und Papenburg zusammen. Gesamthaft habe sich die Situation im ersten Quartal des Jahres „unter dem Strich“ zwar nicht weiter verschlechtert. „Aber in vielen Branchen macht sich nachhaltig Verzweiflung breit.“
„Die Wirtschaft in unserer Region ist noch weit entfernt vom Vorkrisenniveau“, so Brons mit Blick auf den IHK-Konjunkturklimaindikator, der die aktuelle Geschäftslage und die Zukunftsaussichten der Unternehmen in einem Wert zum Ausdruck bringe. Denn dieser habe sich nicht V-förmig entwickelt, wie noch im letzten Jahr erhofft. Durch die anhaltende Pandemie mit den neuerlichen Lockdowns sei die Erholung etwa auf halbem Weg steckengeblieben. Er notiert jetzt bei 80 (Vorquartal: 78) von 200 möglichen Punkten. Damit habe er sich seit Sommer letzten Jahres kaum verändert. Zu Beginn der Corona-Krise im Frühjahr des letzten Jahres habe er bei nur 48 Punkten gelegen.
Mit 52 Prozent (Vorquartal 53 Prozent) bewertet nach wie vor der überwiegende Anteil der befragten Betriebe die derzeitige Geschäftslage als „befriedigend“. 18 Prozent (Vorquartal 28 Prozent) melden eine gute, 30 Prozent (Vorquartal: 19 Prozent) hingegen eine schlechte Geschäftslage. Ein Blick in die Branchen zeigt erwartungsgemäß ein differenziertes Bild: In der Industrie und im Dienstleistungssektor überwiegen die positiven Meldungen die Negativen. Im Baugewerbe und im Großhandel halten sich beide in etwa die Waage. Im Einzelhandel sowie im Verkehrsgewerbe dominieren hingegen die pessimistischen Lagebeurteilungen deutlich. Als „Lichtblick“ bezeichnet die IHK allerdings die Angaben der Industriebetriebe zu den Auftragseingängen. Diese haben sich trotz der Corona-Krise kontinuierlich erholt und haben inzwischen das Vor-Krisenniveau längt wieder erreicht.
Befragt nach den Erwartungen für die kommenden Monate geben 46 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) an, dass sie von einer in etwa gleichbleibenden Entwicklung ausgehen. 41 Prozent (Vorquartal: 48 Prozent) rechnen mit einer eher ungünstigeren Entwicklung ihrer Geschäftslage. Immerhin 13 Prozent (Vorquartal vier Prozent) erwarten dagegen eine günstigere Entwicklung. Der Blick in die Branchen zeigt nach Angaben der IHK ein einheitliches Bild. In allen Wirtschaftszweigen überwiegt die Skepsis.
Die überwiegend trüben Aussichten führen dazu, dass nur aus der Industrie leicht positive Meldungen zu den Investitionsabsichten kommen. Was die zukünftige Zahl der Beschäftigten angeht, so erwarten 72 Prozent der Befragten (Vorquartal: 74 Prozent) eine in etwa gleichbleibende Zahl. 22 Prozent (Vorquartal: 21 Prozent) erwarten eine fallende Zahl an Beschäftigten. Nur acht Prozent (Vorquartal: fünf Prozent) rechnet hier mit einem Zuwachs. Kurzarbeit bleibt für Unternehmen und Mitarbeiter vielmals das zentrale Stabilisierungsinstrument in der Pandemie. „Wer als Unternehmen in einer Krise an seinen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern so lange wie irgend möglich festhält, geht davon aus, dass bessere Zeiten wiederkommen“, so Brons, der in diesem Zusammenhang das Instrument der Kurzarbeit in Deutschland lobt.
Die exportierenden Unternehmen rechnen zu 44 Prozent (Vorquartal 48 Prozent) mit einem in etwa gleichbleibenden, zu 31 Prozent (Vorquartal 37 Prozent) mit einem rückläufigen Exportgeschäft. Immerhin 25 Prozent (Vorquartal: 15 Prozent) gehen von einem Anstieg aus.
Die IHK hatte im Rahmen ihrer aktuellen Konjunkturumfrage zum Ende des ersten Quartals wieder mehr als 200 Unternehmen aus der Industrie, dem Einzel- und dem Großhandel, der Dienstleistungsbranche sowie aus dem Verkehrssektor der Region zu ihrer gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation und zu ihren Erwartungen an die kommenden Monate befragt.