Einzelhandel braucht eine Perspektive

Der Handelsausschuss der IHK für Ostfriesland und Papenburg (IHK) hat sich vor dem Hintergrund der sinkenden Infektionszahlen auf einer Online-Sitzung letzte Woche für eine klare Öffnungsperspektive im Einzelhandel ausgesprochen.
Unter der Leitung von Maik Wölfle (Aurich) diskutierten die Ausschussmitglieder die aktuelle Lage im inzwischen schon fast wieder sechs Wochen andauernden Lockdown mit in weiten Teilen des Handels geschlossenen Geschäften. "Für die Zeit ab Mitte Februar muss es eine Perspektive für Geschäftsöffnungen geben, sonst wird es auch für viele Handelsbetriebe wirtschaftlich sehr eng", mahnte Wölfle im Anschluss an die Sitzung. Dabei müsse die gesundheitliche Sicherheit für Kunden und Beschäftigte im Vordergrund stehen. "Wir beurteilen die Situation natürlich vorrangig aus Händlersicht", sagte Wölfle. Aber ein flächendeckender und starrer Lockdown, den auch die Händler bislang mitgetragen hätten, sei über den 14. Februar hinaus nicht durchzuhalten.
Der Einzelhandel sei kein Pandemietreiber. Vielmehr hätten die Betriebe nach dem ersten Lockdown sehr umsichtig gehandelt und erfolgreiche Hygienekonzepte erarbeitet. Schon heute gäbe es an Stelle des kompletten Lockdowns Möglichkeiten zu einem sicheren Kundenkontakt. So könnten viele Einzelhändler etwa nach vorheriger telefonischer Anmeldung Kunden zur Beratung und zum Verkauf im Ladengeschäft empfangen. Der Ausschuss fordert von der Politik deshalb einen Stufenplan, aus dem - ähnlich wie im letzten Frühsommer - hervorgeht, wann welche Betriebsformen wieder öffnen dürften. Mit den Vorarbeiten für einen solchen Plan müsse schon jetzt begonnen werden. "Wir brauchen umgehend einen klaren Fahrplan, wie und unter welchen Bedingungen was im Handel wieder möglich sein wird. Schleswig-Holstein könnte dabei vielleicht ein Vorbild sein", meinte Wölfle.