IHK fordert unbürokratische Auszahlung der Lockdown-Hilfen

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg fordert eine unbürokratische Auszahlung der Lockdown-Hilfen für mittelständische Unternehmen.
„Die Versprechungen der Politik zu den November- und Dezemberhilfen stehen im Widerspruch zu den Erfahrungen, die viele Unternehmen derzeit machen“, so IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons.
Die November- und Dezemberhilfen seien von der Politik als schnelle und umfassende Hilfe für die Betriebe dargestellt worden, die im November vom Lockdown light und später vom harten Lockdown erfasst wurden und ihre Türen schließen mussten. „Bei der IHK häufen sich die Nachrichten aus den Unternehmen, wonach trotz frühzeitiger Beantragung der Hilfen bisher noch gar keine Mittel oder nur ein Teil der Hilfe zur Auszahlung gekommen sind“, stellt Brons alarmiert fest. Bundes- und Landesregierung seien sich einig gewesen, dass den von staatlich verordneten Betriebsschließungen betroffenen Unternehmen ohne eigene Einnahmen und ohne Hilfen des Staates mittelfristig das Aus drohe.
Die betroffenen Unternehmen hätten im Vertrauen darauf die Lockdown-Bestimmungen mitgetragen und umgesetzt. Die technisch bedingten zeitlichen Verzögerungen seien aber fatal. Es sei unverständlich, dass die Regierungen die Zeit seit dem ersten Lockdown im letzten Frühjahr nicht besser genutzt hätten, um für eine schnellere Abwicklung der Hilfen zu sorgen.
Darüber hinaus sorgten aktuelle Berichte für Unruhe, wonach die Voraussetzungen für den Erhalt der Überbrückungshilfe III, die für die Monate Januar bis Juni 2021 gilt, verschärft worden seien. Plötzlich werde etwa ein Nachweis von Verlusten gefordert – bis die dazu erforderlichen bestätigten Aufstellungen vorlägen, vergehe aber weitere wertvolle Zeit. Die Gefahr der Zahlungsunfähigkeit und damit auch der Betriebseinstellung werde für weitere Unternehmen real. Die IHK fordert Bundes- und Landesregierung auf, jetzt für eine schnelle Abwicklung der Hilfen zu sorgen. Brons: „Es darf keine Zeit mehr verloren gehen, wenn wir die mittelständische Basis unserer Wirtschaft nicht unnötig gefährden wollen.“