Recht

FAQs zum Thema Arbeitszeugnis

Jeder Arbeitnehmer hat bei Beendigung des Arbeitsverhältnisses Anspruch auf ein Arbeitszeugnis. Im Folgenden werden häufig gestellte Fragen zum Thema Arbeitszeugnis beantwortet.
Gibt es ein sogenanntes einfaches Zeugnis?
Ja. Ein einfaches Zeugnis enthält lediglich die persönlichen Daten des Arbeitnehmers sowie die die Art und Dauer der Beschäftigung.
Was ist ein sogenanntes qualifiziertes Zeugnis?
Ein qualifiziertes Arbeitszeugnis enthält zusätzlich zu den Angaben eines einfachen Zeugnisses Ausführungen über die Leistungen und das Verhalten des Arbeitnehmers. Der Arbeitnehmer kann zwischen der Erteilung eines einfachen und eines qualifizierten Zeugnisses wählen.
Hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf ein Zwischenzeugnis?
Ja, bei Vorliegen eines berechtigten Interesses können Arbeitnehmer auch ein Zwischenzeugnis verlangen, z.B. bei Elternzeit oder Versetzung des Arbeitnehmers.
Welche Form muss ein Zeugnis haben?
Das Zeugnis muss auf Geschäftspapier erteilt werden, wenn der Arbeitgeber Geschäftsbögen besitzt und diese im Geschäftsverkehr verwendet. Das Zeugnis muss in einheitlicher Maschinenschrift ohne handschriftliche Zusätze, Streichungen usw. geschrieben sein sowie Ort und Datum der Ausstellung enthalten. Das Zeugnis muss vom Arbeitgeber oder seinem Vertreter unterschrieben werden.
Was darf nicht im Zeugnis stehen?
Krankheiten und damit verbundene Fehlzeiten dürfen nicht im Zeugnis erwähnt werden. Auch die Kündigungsart und der Kündigungsgrund dürfen nicht erwähnt werden, es sei denn der Arbeitnehmer wünscht dieses ausdrücklich (z.B. Eigenkündigung). Straftaten des Mitarbeiters dürfen nicht aufgeführt werden, sofern sie außerhalb der Arbeitszeit geschehen sind. Auch ein Hinweis auf eine Gewerkschaftstätigkeit bzw. -zugehörigkeit hat im Arbeitszeugnis nichts verloren.
Hat der Arbeitnehmer einen Anspruch auf eine Schlussformel im Arbeitszeugnis?
Nein. Zwar wird am Ende des Zeugnisses üblicherweise der Dank des Arbeitgebers für die gute Zusammenarbeit, das Bedauern über das Ausscheiden des Arbeitnehmers und die besten Wünsche für die weitere berufliche Zukunft des Arbeitnehmers ausgedrückt. Das Bundesarbeitsgericht hat allerdings im Dezember 2012 entschieden, dass der Arbeitnehmer keinen Anspruch auf eine solche abschließende Formulierung hat (BAG, Az.: 9 AZR 227/11).
Welche Folgen kann ein formal oder inhaltlich fehlerhaftes Arbeitszeugnis haben?
Wenn das Zeugnis nicht den formalen oder inhaltlichen Anforderungen entspricht, hat der Arbeitnehmer Anspruch auf Berichtigung des Zeugnisses. Wegen unrichtiger oder unvollständiger Zeugniserteilung können dem Arbeitnehmer sogar Schadensersatzansprüche gegenüber dem Arbeitgeber zustehen.