Konjunkturumfrage

Brons: "2018 war ein gutes Jahr für unsere Wirtschaft"

„Die Aussichten für dieses Jahr sind unter dem Strich immer noch gut. Aber der Optimismus in unserer Wirtschaft ist zu Beginn dieses Jahres nicht mehr ganz so ausgeprägt wie noch vor einem Jahr um diese Zeit.“ Diese Einschätzung zur wirtschaftlichen Entwicklung in der Region für dieses Jahr vertrat der Präsident der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK), Dr. Bernhard Brons, beim Jahrespressegespräch der Kammer in Emden. Die größten Risiken würden die Unternehmen in dem Mangel an Fachkräften, in den politischen Rahmenbedingungen sowie in den Arbeitskosten sehen. Aber auch die Inlandsnachfrage und die Energie- und Rohstoffpreise würden genau beobachtet. Die Auslandsnachfrage werde hingegen nur von etwas mehr als jedem zehnten Betrieb als Risiko angesehen, erklärte Brons.
Die IHK hatte im Rahmen ihrer vierteljährlichen Konjunkturumfrage zum Jahreswechsel wieder rund 200 Unternehmen aus der Industrie, dem Einzel- und dem Großhandel, der Dienstleistungsbranche sowie aus dem Verkehrssektor der Region zu ihrer gegenwärtigen wirtschaftlichen Situation und zu ihren Erwartungen für die kommenden Monate befragt.
Der Konjunkturklimaindikator hatte mit 117 von 200 möglichen Punkten im letzten Jahr seinen Höchststand im ersten Quartal. Danach ist er im Verlauf des Jahres kontinuierlich auf jetzt 106 Punkte und damit leicht unter dem langjährigen Durchschnitt gesunken.
Auch am Ende des vierten Quartals 2018 bezeichneten die meisten der befragten Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als „gut“ oder „befriedigend“. Im Vergleich mit dem Vorjahreszeitraum haben sich die Einschätzungen der Unternehmen allerdings leicht abgeschwächt.
In der Industrie beurteilen jetzt 45 Prozent ihre Geschäftslage als „gut“ und 52 Prozent als „befriedigend“ und nur drei Prozent als „schlecht“. Im Einzelhandel meldeten 22 Prozent eine gute und immerhin 64 Prozent eine befriedigende Geschäftslage. Im Großhandel bewerteten 15 Prozent der Befragten ihre Geschäftslage als „gut“ und 85 Prozent als „befriedigend“. Auch im Verkehrs- und Dienstleistungsgewerbe überwiegen die positiven Einschätzungen.
Anders schätzen viele Betriebe hingegen die Erwartungen für dieses Jahr ein. Zwar starteten immer noch mehr als zwei Drittel der befragten Betriebe zuversichtlich in das neue Jahr. Aber der Anteil der Unternehmen, der von einer „eher ungünstigeren“ Entwicklung in 2019 ausgeht, hat spürbar zugenommen. Sichtbar ist dies vor allem in der Industrie, wo die skeptischen Einschätzungen von fast einem Drittel der Befragten geäußert wurden. Im Einzelhandel hingegen überwiegen weiterhin diejenigen Betriebe, die von einer „eher gleichbleibenden“ Geschäftslage ausgehen. Das gilt auch für den Großhandel.
Die Aussichten für das Auslandsgeschäft bewegen sich weiterhin auf einem hohen Niveau. Nur jedes zehnte exportierende Unternehmen geht von einem abnehmenden Exportgeschäft aus. „Das ist angesichts der anhaltenden Unsicherheiten auf den Auslandsmärkten sehr erfreulich für die Wirtschaft in unserer Region“, so Brons. „Die Investitionsbereitschaft der Unternehmen hat zum Jahresende wieder etwas angezogen und die Nachfrage nach Arbeitskräften wird trotz der etwas eingetrübten Zukunftsaussichten weiter anhalten.“