Europäische Herausforderungen für die Region

Unternehmer und EU-Politiker sprachen über Hafenwirtschaft

Die Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg hat ihre Mitglieder am Freitag, 6. April, zu der Dialogveranstaltung „Europäische Herausforderungen für die Region“ nach Emden eingeladen. Im Plenarsaal der IHK sprachen Jens Gieseke, Mitglied des Europäischen Parlaments, Wulf Blumenstein, Referent der Niedersächsischen Landesvertretung in Brüssel, und Karsten Dirks, Vorstandsvorsitzender der Niedersächsischen Hafenvertretung, über die Auswirkungen europäischer Vorhaben auf die regionale Hafenwirtschaft. Die Veranstaltung, an der rund 40 Vertreter aus Wirtschaft und Politik teilnahmen, wurde moderiert von Christopher Gosau, Referatsleiter für Europäische Wirtschaftspolitik beim DIHK in Brüssel.
In seiner Begrüßung bedankte sich IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons bei den Rednern für die Möglichkeit, gemeinsam über die Vor- und Nachteile europäischer Richtlinien für die Region zu sprechen. Er hoffe, dass sie das ein oder andere von dem, was heute gesagt werde, auch mit nach Brüssel nehmen werden.
Ein großes Thema der Veranstaltung waren die langen Planungs- und Bauzeiten bei wichtigen Infrastrukturprojekten. Karsten Dirks kritisierte vor allem das Verhalten von Bund und Ländern, die geltenden EU-Richtlinien noch weiter zu verschärfen. Auch Jens Gieseke sprach sich hier für eine Politik mit Augenmaß aus; hierbei gelte es, Überregulationen zu vermeiden und pragmatische Lösungen zu finden, um sowohl ökologischen als auch ökonomischen Interessen gerecht zu werden.
Ein weiterer Schwerpunkt der Gespräche war der Austritt von Großbritannien aus der EU. Wulf Blumenstein erklärte, dass der Brexit die verbliebenen Staaten trotz aller Differenzen stärker habe zusammenrücken lassen. Dennoch bringe der Austritt der Briten für die EU nach wie vor große Herausforderungen mit sich. Eine dieser Herausforderungen sei laut Karsten Dirks die rechtssichere Abwicklung der europäischen Short-Sea-Verkehre. Die EU müsse sicherstellen, dass ein freier Seeverkehr möglich bleibe, so Dirks. Deshalb fordere die Niedersächsische Hafenvertretung die EU dazu auf, ein Schifffahrtsabkommen mit Großbritannien auszuhandeln.
Die Veranstaltung fand im Rahmen der „EU-Roadshows“ des Deutschen Industrie- und Handelskammertags (DIHK) statt. Der DIHK will damit ein positives Zeichen für die Europäische Union setzen.