Aus- und Weiterbildung

Hotel & Gaststättengewerbe mit leichtem Plus, Handel konstant

Der Präsident der Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK), Dr. Bernhard Brons, hat für den Ausbildungsmarkt im Jahr 2018 eine positive Bilanz gezogen. „Wir sind nahezu auf Vorjahresniveau“, sagte er bei der Jahrespressekonferenz der IHK im Klub zum Guten Endzweck in Emden.
„Zum Stichtag 31.12.18 waren 2.068 Ausbildungsverträge in das Verzeichnis der Berufsausbildungsverhältnisse eingetragen. Das sind insgesamt 62 Verträge weniger als im Vorjahr und entspricht einem Minus über alle Bereiche von 2,9 Prozent“, so Brons.
Positiv steche der Handel hervor. Als die Branche mit den meisten Auszubildenden habe die IHK für diesen Bereich 583 Verträge erfasst. Um der Bedeutung der zunehmenden Konkurrenz durch den Onlinehandel und der fortschreitenden Digitalisierung Rechnung zu tragen, wurde 2018, der neue Ausbildungsberuf „Kaufmann/-frau im E-Commerce“ eingeführt. Bereits im August 2018 begannen 17 junge Menschen aus dem IHK-Bezirk die neue Ausbildung.
Erfreulich ist auch die Lage im Hotel und Gaststättengewerbe. Mit einem leichten Plus von einem neuen Vertrag scheint der Abwärtstrend gestoppt, so dass sich die Zahl der neuen Ausbildungsverhältnisse in 2018 bei 219 eingependelt hat.
Für das Jahr 2019 werde die IHK weiterhin einen Arbeitsschwerpunkt auf die Berufsorientierung legen. „Eine frühzeitige, umfassende und strukturierte Berufsorientierung ist an allen Schulen elementar“, so Brons. Dafür werde die IHK in Zusammenarbeit mit weiteren Partnern eine regionale Plattform für Berufsorientierungsmaßnahmen erstellen. Funktion der Plattform soll es sein, Schulen und Betrieben sämtliche Angebote der Berufsorientierungsmaßnahmen aller Kooperationspartner anbieten zu können.
Mit der Validierung berufsrelevanter Kompetenzen, kurz „Valikom“, möchte die IHK 2019 ein wichtiges Instrument zur Fachkräftegewinnung aktivieren.
Mit dem Programm können sich Arbeitskräfte ohne formalen Berufsabschluss bewerten und zertifizieren lassen. „Das Angebot richtet sich vor allem an Arbeitskräfte, die jahrelang in einem Beruf gearbeitet haben, obwohl sie darin gar nicht ausgebildet waren. Die durch Erfahrung erworbenen Berufskompetenzen sollen mit Valikom nun offiziell in Form eines Zertifikates anerkannt werden können“, so Brons.
Mit der Einführung des IHK Qualitätssiegels TOP AUSBILDUNG möchte die IHK ab 2019 die Ausbildungsbedingungen in den Betrieben optimieren. Brons: „Seit Jahren steigt die Zahl der Unternehmen, die nicht alle Ausbildungsplätze besetzen können. Mit dem Qualitätssiegel wollen wir die hohe Wertigkeit einer dualen Ausbildung bewerben und potenzielle Auszubildende gleichzeitig auf die Top-Betriebe der Region aufmerksam machen“, so Brons.
In dem Verfahren stellen sich die Betriebe einer detaillierten Prüfung, durch fachlich ausgewiesene und unabhängige Experten, im Rahmen eines zweistufigen Verfahrens. Nach positivem Abschluss des Verfahrens endet dieses mit der Verleihung des IHK Qualitätssiegel TOP AUSBILDUNG.
Für 2019 wird darüber hinaus mit Spannung die Novellierung des Berufsbildungsgesetzes erwartet. „Hier hoffen wir als IHK, dass der bereits vorliegende Referentenentwurf des Änderungsgesetzes im Wesentlichen umgesetzt und hierdurch die erforderliche Entlastung der ehrenamtlichen Prüfer der Prüfungsausschüsse erzielt wird.“ so Brons.