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IHK spricht sich für Wasserstoffproduktion in der Region aus

Die Vollversammlung der IHK für Ostfriesland und Papenburg hat sich am Dienstag, 10. März, einstimmig für eine „grüne“ Wasserstoffproduktion im IHK-Bezirk ausgesprochen. „Unsere Region bietet alle Voraussetzungen, um eine erfolgreiche und marktfähige Wasserstoffwirtschaft aufzubauen“, sagte IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons. Rein rechnerisch könne sich die Region aktuell zu etwa 210 Prozent aus Erneuerbarem Strom versorgen. „Die Herstellung von Wasserstoff, sei es zur Zwischenspeicherung von Strom oder zur Weiterverwendung in der Industrie, kann hier ein wichtiger Baustein der Energiewende werden“, so Brons.
In der Sitzung konnte sich die Vollversammlung über ein konkret geplantes Wasserstoff-Projekt in der Region informieren: Der Geschäftsführer von Gasunie Deutschland, Jens Schumann, stellte die geplante Power-to-Gas-Anlage in Diele vor. Unter dem Namen „ELEMENT EINS“ planen die drei Unternehmen Gasunie Deutschland, TenneT und Thyssengas gemeinsam die Errichtung einer Anlage, in der aus regenerativem Windstrom per Elektrolyse Wasserstoff hergestellt werden soll. Dieser könne dann in das bestehende Gasnetz oder alternativ in ein reines Wasserstoff-Gasnetz eingespeist werden. In der Anfangsphase rechnen die Unternehmen mit einer Kapazität von 40 Megawatt, perspektivisch solle das Wasserstoff-Kraftwerk jedoch auf bis zu 100 Megawatt Leistung ausgebaut werden.
Das Projekt „ELEMENT EINS“ ist vom Bundesminister für Wirtschaft und Energie ausgewählt worden als “Reallabor der Energiewende”. Damit ist der erste Schritt auf dem Weg zur Unterstützung durch Fördermittel des Bundes erfolgreich geglückt. Die drei Partner sind nun mit der Erarbeitung der nächsten notwendigen Schritte befasst.
„Wir begrüßen die Umsetzung des Projekts und unterstützen auch alle weiteren politischen Anstrengungen, um eine Wasserstoffwirtschaft aufzubauen“, sagte Brons. Die Bundesregierung  habe bereits mit der Vorlage des Entwurfs einer „Nationalen Wasserstoffstrategie“ deutlich gemacht, dass Wasserstoff eine wesentliche Bedeutung bei der weiteren Umsetzung der Energiewende einnehmen solle. „Nun müssen auch die rechtlichen Rahmenbedingungen dafür geschaffen werden, damit dies gelingt“, so der IHK-Präsident weiter.
Hier fehle es bisher aber an der Wirtschaftlichkeit. „Zurzeit fließen Fördermittel sowohl des Bundes als auch der Länder in Wasserstoffprojekte, um den Anschub zu realisieren. Mittelfristig muss aber auch die Wasserstoffwirtschaft marktfähig sein“, so Brons. Das verhinderten derzeit aber noch die Abgaben und Umlagen auf den Strom. „Solange die Umwandlung von Strom aus regenerativen Quellen in Wasserstoff genauso behandelt wird, wie der Stromverbrauch durch jeden anderen Marktteilnehmer, wird sich diese Technologie angesichts der aktuell hohen Strompreise nicht am Markt behaupten können“, erläuterte Brons.
Die IHK-Vollversammlung forderte die Politik daher in einer Resolution auf, den Stromverbrauch für die Elektrolyse von der EEG-Umlage zu befreien, wenn ausschließlich Strom aus erneuerbaren Energien verwendet würde. Außerdem sollten die bereits reichlich vorhandenen Kavernenspeicher in der Region möglichst schnell und einfach für die Speicherung von Wasserstoff ertüchtigt werden können. Auch die Verwendung von Wasserstoff im Bereich der Mobilität – vor allem im ÖPNV und  im LKW-Verkehr – sollte politisch unterstützt werden.