Industrieforum Maritim 2020

Innovation fördern und maritime Wirtschaft stärken

„Als Innovationstreiber gehört unsere Region zur Weltspitze“, mit diesen Worten hat IHK-Präsident Dr. Bernhard Brons gestern das Industrieforum Maritim im Maritimen Kompetenzzentrum in Leer eröffnet. Die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) hatte gemeinsam mit dem Niedersächsischen Ministerium für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung sowie dem Reedereiverein Ems-Dollart eingeladen. Vor rund 80 Teilnehmern sprachen Vertreter aus Wirtschaft und Politik unter anderem über die politischen Rahmenbedingungen der Branche und die wachsende Konkurrenz aus China.
In seinem Grußwort betonte Brons die Bedeutung der maritimen Wirtschaft als Innovationstreiber und Arbeitgeber für die gesamte Region. Gleichzeitig mahnte er aber auch, sich nicht auf dem bisher Erreichten auszuruhen. Zuspruch erhielt er dabei vom neuen Maritimen Koordinator der Bundesregierung, Norbert Brackmann: „Wir müssen die Innovationskraft der Wirtschaft weiter stärken, da-mit wir international wettbewerbsfähig bleiben.“ Deshalb habe die Bundesregierung die Fördermittel für 2019 auf rund 68 Milliarden Euro erhöht. Neben der Bildung stehe dabei auch die Infrastruktur ganz oben auf der Liste. „Nur wenn wir auch die Wasserstraßen in einem guten Zustand halten, können wir die Branche voranbringen“, so Brackmann.
Mit Blick auf die regionalen Infrastrukturprojekte wie die Fahrrinnenanpassung der Außenems sprach sich der Staatssekretär des Niedersächsischen Ministeriums für Wirtschaft, Arbeit, Verkehr und Digitalisierung, Dr. Berend Lindner für schnellere Planungs- und Genehmigungsverfahren aus. „Hier haben wir sowohl auf Bundes- als auch auf Landesebene noch viel Arbeit vor uns“, so Lindner.
Doch auch auf europäischer Ebene sah Tim Meyer, Geschäftsführer der Meyer Werft in Papenburg, großen Handlungsbedarf. Er berichtete in seinem Vortrag über den modernen Schiffbau und die wachsende Konkurrenz aus China. Hier müsse Europa mit einer einheitlichen Position auftreten. „Wir brauchen eine europäische Strategie für den maritimen Sektor“, so Meyer.
Im Anschluss an die Vorträge folgte eine Diskussionsrunde, an der sich unter anderem der Sprecher der AG Niedersächsische Seehäfen, Karsten Dirks, der Präsident des Verbands deutscher Reeder, Alfred Hartmann und der Direktor von Groningen Seaports, Cas König, beteiligten.