Green-Shipping

Niedersächsische Seehäfen fordern mehr Investitionen

Im Zuge verschärfter Umweltauflagen, einer Verknappung von Ressourcen und eines starken Anstiegs des Gütertransportes entwickelt sich „Green-Shipping“ zu einem maßgeblichen Zukunftsthema der Seeschifffahrt. So gelten ab dem 1. Januar in den sog. SECAs (Sulphur Emission Control Areas) verschärfte Grenzwerte für den Schwefelausstoß im Schiffsbetrieb, die nur durch den Einbau einer Abgasreinigungsanlage oder die Umstellung auf alternative Kraftstoffe, wie Marinedieselöl oder Flüssiggas (LNG) erreicht werden können. Bereits im Jahr 2013 wurden die Bestimmungen für eine fachgerechte Entsorgung von Schiffsabfällen und -abwässern in den Häfen weiter verschärft.  
„‘Green-Shipping‘ und ‚Green-Ports‘ sind zwei Seiten derselben Medaille“, sagte Dr. Andreas Schmidt, Sprecher der Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen, anlässlich einer Anhörung im Unterausschuss „Häfen und Schifffahrt“ des Ausschusses für Wirtschaft, Arbeit und Verkehr des Niedersächsischen Landtags am 28.10.2014. „Für die erfolgreiche Umstellung auf eine ‚grüne Schifffahrt‘ sind erhebliche Investitionsmittel erforderlich, um eine entsprechende Hafeninfrastruktur aufzubauen. Gleichzeitig darf ‚grün‘ nicht heißen, dass bestimmte Maßnahmen Seetransporte unverhältnismäßig verteuern und Landverkehre im Wettbewerb bevorteilen.“
„Die Maßnahmen im Bereich des ‚Green-Shipping‘ erfordern intelligente Lösungen, ein hohes Maß an Know-how und die zielgerichtete Bündelung vorhandener Kompetenzen“. Hierfür sei ein niedersächsisches Green-Shipping-Kompetenzzentrum, das von den maritimen Hochschulstandorten Elsfleth und Leer aus unterstützt wird, der richtige Ansatz, so Schmidt.
Laut Schmidt biete der Bereich „Green-Shipping“ für Niedersachsen großes Entwicklungspotenzial, wenn es gelinge, die Hafenwirtschaft hierzulande zum Vorreiter bei Umweltthemen zu entwickeln. Beispielsweise könnte Wilhelmshaven zum Knotenpunkt einer LNGInfrastruktur für die Nordseehäfen werden. Zur Sicherung der Zukunftsfähigkeit der niedersächsischen Seehäfen seien allerdings Landesinvestitionen erforderlich. „Die angekündigten Investitionen des Landes reichen nicht aus, um die ohnehin erforderlichen Ausbau- und Instandhaltungsmaßnahmen durchzuführen und gleichzeitig eine Basis-Infrastruktur für ‚Green-Shipping‘ in den Seehäfen zu errichten“, sagte Schmidt. Dabei werde sich die Verfügbarkeit von Landstromanschlüssen, LNG sowie zukunftsweisende Abwasser- und Abfallentsorgungssysteme zu maßgeblichen Wettbewerbsfaktoren der Seehäfen entwickeln.
Damit auch die niedersächsische Hafenwirtschaft selbst ihren Beitrag zum Aufbau einer „Green-Shipping“-Infrastruktur leisten kann, müsse die internationale Wettbewerbsfähigkeit der Seehäfen auch zukünftig gegeben sein. „Entscheidende Voraussetzungen hierfür sind eine optimale seewärtige Anbindung, der Ausbau der Hafenhinterlandanbindungen und eine Umweltpolitik, die auch zukünftig Entwicklungsspielräume für die Seehäfen ermöglicht zum Erhalt der über 40.000 Arbeitsplätze im Land, die von der Hafenwirtschaft abhängig sind“, unterstrich Schmidt.
Die Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen ist der Zusammenschluss von neun niedersächsischen Seehäfen in Brake, Cuxhaven, Emden, Leer, Nordenham, Oldenburg, Papenburg, Stade und Wilhelmshaven. Auf der gemeinsamen Plattform der niedersächsischen Küsten-Industrie- und Handelskammern (IHKs) in Emden, Oldenburg und Stade vertritt die Arbeitsgemeinschaft die Eolitischen Interessen der niedersächsischen Seehafenwirtschaft gegenüber Land, Bund und EU.
Kontakt:
Arbeitsgemeinschaft Niedersächsische Seehäfen
c/o Oldenburgische Industrie- und Handelskammer
Moslestraße 6 | 26122 Oldenburg
Büroanschrift: Moslestraße 6 | 26122 Oldenburg
Tel. (04 41) 22 20-400 | Fax (04 41) 22 20-5400
E-Mail: info@seehafen-niedersachsen.de | Internet: www.seehafenniedersachsen.de