Jahrespressegespräch

IHK fordert bessere Infrastruktur für maritime Wirtschaft

Die Vollversammlung der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg hat in einer Resolution die Sicherung und den Ausbau der bestehenden Infrastruktur für die maritime Wirtschaft gefordert. Das „Parlament der Wirtschaft“ reagiert damit auf das vorläufige Aus für die Hafenentwicklungspläne am Rysumer Nacken.
Wörtlich heißt es in der Resolution: „Jetzt gilt es, sich auf die Schritte zu konzentrieren, die auf die gegenwärtige Situation in den Häfen unseres IHK-Bezirks aufbauen und für die Entwicklung der regionalen maritimen Wirtschaft in den nächsten Jahren von ausschlaggebender Bedeutung sind.“ Darauf aufbauend werden für die See- und die Inselversorgungshäfen eine Reihe von konkreten Projekten genannt, bei der die Unterstützung der Politik - namentlich der Landesregierung in Hannover - gefordert wird. Für den Hafen Emden erwartet die IHK von der Landespolitik „verlässliche Zusagen für die Sanierung der Großen Seeschleuse sowie Investitionen zum Aufholen des Unterhaltungsrück-standes für Kai- und Umschlagsanlagen“. Außerdem sei ein Ausbau der seewärtigen Erreichbarkeit und der Hinterlandanbindung unabdingbar – im Einzelnen werden die Fahrrinnenanpassung in der Außenems und der Baubeginn der Hafenspange (Ortsumgehung Friesland) noch in 2015 angesprochen.
Für den Leeraner Hafen ist laut IHK die Unterstützung des Landes erforderlich bei den Maßnahmen zur Modernisierung der Schleuse und zur weiteren Lösung des Schlickproblemes. Darüber hinaus bleibe die strukturelle Weiterentwicklung der Hafenflächen zur Schaffung neuer und zur Sicherung der vorhandenen Arbeitsplätze wichtig.
Mit Blick auf den Hafen Papenburg fordert die IHK eine deutliche finanzielle Beteiligung des Landes für den Neubau einer funktionierenden Seeschleuse. Das sei auch ein Beitrag zur gerade vertraglich vereinbarten Sicherung für den Werftstandort Papenburg. Unterstützung brauche die Kanalstadt zudem bei der Weiterentwicklung des See- und Binnenhafens im Bereich des sogenannten Bokeler Bogens.
Für alle drei Seehäfen sei die gesicherte Schiffbarkeit der Bundeswasserstraße Ems existenziell. Dazu gehören laut IHK-Präsident Wilhelm-A. Brüning Maßnahmen gegen die Verschlickung, aber auch die Aufgabenwahrnehmung durch ein kompetentes Wasser- und Schifffahrtsamt entlang der Ems mit einem Leitungssitz in Emden: „Unter Berücksichtigung dieser Punkte unterstützt die IHK-Vollversammlung die politischen Bemühungen im Rahmen des Masterplans 2050.“
Im Norddeicher Hafen ist nach Meinung der IHK die Schlickbekämpfung von herausragender Bedeutung – hinzu kommt die Aufgabe der Sicherung eines Flächenangebots und der Fahrrinne nach Norderney. Weiterhin seien auch die für den Tourismus bedeutenden Inselversorgungshäfen in ihrer Funktion zu unterstützen.
Schließlich kommt die IHK auf die Situation der Reedereiwirtschaft zu sprechen: „Nach sechs Jahren der Krise und ohne Aussicht auf auskömmliche Charterraten droht ein Wegbrechen großer Teile der mittelständisch geprägten regionalen Reedereiwirtschaft, die vor Ort ein großes Beschäftigungsangebot darstellt.“ Neben gezielten Hilfen für den Mittelstand etwa über kfw-Mittel sei eine Sicherung von nautischen Ausbildungsmöglichkeiten erforderlich: „Der Fachbereich Seefahrt der Hochschule Emden/Leer muss dauerhaft gesichert werden.“
Erfreut zeigte sich Präsident Brüning beim Jahrespressegespräch der IHK über die von Landkreisen und Städten ausgesprochene Unterstützung für die Resolution der IHK-Vollversammlung. Neben den Landkreisen Aurich, Emsland und Wittmund stellten sich auch die Städte Emden, Leer, Papenburg und Norden hinter die Infrastrukturforderungen für die maritime Wirtschaft.