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IHK veröffentlicht Ideenpapier

Erst wochenlange Schließungen, jetzt weniger Kundschaft und volle Lager. Corona hat den Handel in den Städten und Gemeinden im Bezirk der IHK für Ostfriesland und Papenburg stark getroffen.
 "Die Hütte brennt", so IHK-Handelsausschussvorsitzender Johannes Poppen während einer Online-Sitzung des Ausschusses, der kürzlich unter seiner Leitung tagte. Mit einer Ideensammlung zur Unterstützung des Handels in der Region will der IHK-Ausschuss nun seinen Beitrag zum Entgegensteuern leisten.
Das siebenseitige „Ideenpapier“ richte sich vor allem an die Handels-und Gewerbevereine sowie an Politik und Verwaltung in den Städten und Gemeinden, aber auch an die Händler direkt. „Jeder Händler muss für sich genau überlegen, mit welchen kurz- und langfristigen Maßnahmen er seine Umsätze jetzt ankurbeln kann. Da spielt die Digitalisierung sicher eine wichtige Rolle. Aber natürlich haben vor allem Politik und Verwaltung in unseren Städten und Gemeinden Möglichkeiten, an wichtigen Stellschrauben zu drehen, die dem Handel auch langfristig Perspektiven geben“, so Poppen.
Dazu können nach Aussage der IHK sowohl der Einsatz und eine Neuausrichtung von Städtebau- und Digitalisierungsförderprogrammen gehören, als auch die Möglichkeit, verkaufsoffene Sonntage bis Ende des Jahres ohne Anlass und Antrag durchzuführen - sofern der Landesgesetzgeber dafür "grünes Licht" gibt.
„Zahlreiche Händler sitzen derzeit auf vollen Lagern und benötigen einen raschen Abverkauf, bevor die nächsten Lieferungen kommen“, erklärt Poppen. In dem Zusammenhang könnten natürlich auch kreative Verkaufsansätze zum Zuge kommen: „In den letzten Monaten sind zahlreiche Ideen zu alternativen Vertriebswegen bei unseren Händlern, Gewerbevereinen und kommunalen Wirtschafts- und Marketinginitiativen entstanden“, lobt Poppen das Engagement in der Region.
Diese gelte es nun weiter zu verfolgen und – wo möglich – zu professionalisieren. Als Beispiele benennt das Papier die zahlreichen digitalen Marktplätze, die jetzt um weitere Angebote aus Handel, Dienstleistungen, Gastronomie sowie Freizeit- und Kultureinrichtungen ergänzt werden müssten.
Dabei sollten die zahlreiche Förderprogramme des Bundes und des Landes zur Digitalisierung auf ihre Verwendbarkeit geprüft werden. Die Kommunen könnten die Freigabe zusätzlicher kostenloser Außenflächen vor den Geschäften im öffentlichen Raum ermöglichen, um über diese "verlängerte Verkaufsfläche" zum schnelleren Abverkauf der Ware einen Beitrag zu leisten. „Mit dem Ideenpapier will unser Handelsausschuss Impulse für den Handel in den Städten und Gemeinden in unserer Region setzen“, so Poppen. Er ist überzeugt: „Wenn jeder einzelne Akteur mit anpackt, können wir den Handel mit vereinten Kräften durch diese schwere Zeit bringen“.