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Ohne weitere Öffnungsschritte keine Hoffnung auf Besserung

Die Stimmung im Gastgewerbe in Ostfriesland und Papenburg ist in diesem Frühjahr so schlecht wie nie. Der Klimaindex sank im April auf einen Tiefststand von 29,4 Punkten. Das geht aus der aktuellen Saisonumfrage der Hotel- und Gaststättenbetriebe hervor, die die Industrie- und Handelskammer für Ostfriesland und Papenburg (IHK) zweimal im Jahr durchführt.
„Die Branche muss dringend Einnahmen generieren, um wirtschaftlich überleben zu können. Die positive Entwicklung des Infektionsgeschehens ermöglicht nun weitere wichtige Öffnungsschritte. Viele Landkreise liegen bereits unter einer Inzidenz von 50 oder gar 35, sodass hier nach dem angekündigten Stufenplan weitreichende Lockerungen möglich sind. Mit Auslaufen der sogenannten Bundesnotbremse Ende Juni und dem Fortschreiten der Impfkampagne sollten Anfang Juli alle Öffnungsbeschränkungen aufgehoben und auf die Inzidenzwerte als Grundlage verzichtet werden“, so Tourismusexperte Arno Ulrichs von der IHK.
Vor allem die Geschäftslage im Winterhalbjahr ließ den Index weiter sinken. Aufgrund des Übernachtungsverbots für touristische Reisen seit November 2020 beurteilten 91,3 Prozent der befragten Betriebe im Gastgewerbe ihre bisherige Geschäftslage als schlecht. Zum Vergleich: Im Herbst waren dies noch 33,4 Prozent. Aber auch die Aussichten sind weiterhin betrübt. So erwarten 61,5 Prozent der Befragten, dass sich die Geschäftslage ungünstiger entwickelt.
Als größtes Risiko für die wirtschaftliche Entwicklung der Unternehmen werden mit 77,1 Prozent nach wie vor wirtschaftspolitische Rahmenbedingungen und damit vor allem die Auswirkungen der Corona-Pandemie auf die Branche angegeben. 86,1 Prozent der befragten Betriebe berichteten im April noch vom Stillstand der geschäftlichen Tätigkeit durch die Corona-Pandemie. 14,2 Prozent fühlen sich von der Insolvenz bedroht.
Platz zwei der Risiken belegte mit 66,8 Prozent der Fachkräftemangel. „Die Arbeitsmarktsituation verschärft sich. Viele Saisonkräfte stehen aufgrund des späten Starts nicht mehr zur Verfügung“, so IHK-Tourismussprecher Arno Ulrichs.  52,6 Prozent der Befragten berichten aktuell von der Abwanderung von Mitarbeitern. Als weitere Risiken für die wirtschaftliche Entwicklung des Unternehmens folgen Energie-, Lebensmittel- und Rohstoffpreise (49,1%), Arbeitskosten (47,4%) sowie Finanzierung (36,1%). Die Inlands- und Auslandsnachfrage wurde mit 22,1 Prozent bzw. 12,1 Prozent weniger negativ gesehen als noch in den letzten beiden Umfragen.
An der Umfrage beteiligten sich 113 Betriebe aus Hotellerie, Gastronomie und Campingwirtschaft. Befragungszeitraum war vom 8. April 2021 bis zum 7. Mai 2021.