Jahrespressegespräch

Verkehrsinfrastruktur: "Anstrengungen erhöhen"

Im Bereich der Verkehrsinfrastruktur gab es 2014 nach Ansicht der Industrie- und Handelskammer (IHK) für Ostfriesland und Papenburg nur wenig Bewegung. „Leider waren von politischer Seite in der Regel nur Absichtserklärungen zu hören. Belastbare Zusagen gab es nur in seltenen Fällen“, stellte IHK-Präsident Wilhelm-A. Brüning bei der Jahrespressekonferenz der IHK in Emden fest.
Am schwersten wiegt für die Region nach Auffassung der IHK die Absage an den Start eines Planfeststellungsverfahrens für den Rysumer Nacken. Bei diesem Vorhaben sollte ein neues Hafenterminal mit dem Schwerpunkt Offshore errichtet werden. Der Rysumer Nacken bleibe eine wichtige Entwicklungsperspektive für die gesamte Region. Im Fokus der Bemühungen stünden jetzt zunächst die Anstrengungen für die Sicherung und den Ausbau der vorhandenen Hafeninfrastruktur einschließlich der seewärtigen und der Hinterlandanbindungen für die Häfen in Emden, Leer und Papenburg sowie die Inselversorgungshäfen. Wichtig sei auch die direkte Anbindung des Emder Hafens an die A 31 („Hafenspange“). Nachdem der erste Spatenstich trotz längst gegebener Baureife in 2014 nicht erfolgt ist, richten sich die Hoffnungen der IHK auf das Jahr 2015 – „politische Signale aus Berlin geben Anlass zu dieser Hoffnung“, so Brüning.
Von vorrangiger Bedeutung für die Existenzsicherung des Emder Hafens bleibe die Vertiefung der Außenems um einen Meter. Mit dieser Maßnahme würde der Emder Hafen die größer werdenden Schiffstiefen bedienen können. Komme dieses Projekt nicht, drohten Ladungs- und Kundenverluste.
Brüning weiter: „In Papenburg braucht der Hafen eine neue Schleuse, ebenso benötigt der Leeraner Hafen Unterstützung bei den Bemühungen für die Sicherung der Wassertiefen. Auf Basis der im Dezember 2014 von der Vollversammlung beschlossenen Entschließung wird die IHK ihre Arbeit für gute Rahmenbedingungen für die maritime Wirtschaft fortsetzen.“
Planmäßig gingen die Planungsarbeiten für die B 210n weiter. Für die dringend erforderliche Ortsumgehung Aurichs - das ist der erste Bauabschnitt der B 210n - seien wichtige Trassenentscheidungen getroffen worden. Brüning: „Allerdings sehen wir mit Sorge, dass für die weiteren Planarbeiten zu wenig Mittel zur Verfügung stehen. Das muss im neuen Jahr dringend geändert werden, damit es nachher im Bau nicht zu weiteren Verzögerungen kommt. Der weiter dynamisch wachsende Standort Aurich ist auf eine Autobahnanbindung angewiesen.“
Die angekündigte lange Bauzeit für den Anbau der Seitenstreifen auf der A 31 zwischen Neermoor und Riepe setzt das Thema 'Baustellenmanage­ment' aus Sicht der IHK auch für die nächsten Jahre auf die Tagesord­nung. „So sehr die Unterhaltungs- und Instandsetzungsarbeiten zu begrüßen sind, so sehr muss doch auch im Interesse der Region darauf gedrungen werden. dass es hier zu einer zügigeren und abgestimmteren Vorgehensweise kommt“, forderte Brüning.
Gemeinsam mit der Provinz Groningen war die IHK maßgeblich an der Kampagne für das Projekt Wunderline beteiligt. Für das Vorhaben - mit dem unter anderem die Reisezeit zwischen Groningen und Bremen fast halbiert werden soll - haben die Provinz Groningen und das niederländische Reich 110 Mio. Euro zugesagt. In zahlreichen Gesprächen mit politischen Vertretern der Region sowie den Verantwortlichen in Land und Bund habe die IHK mit anderen regionalen Akteuren zusammen für die Wunderline geworben. In enger Abstimmung mit der Provinz Groningen werde die IHK die Anstrengungen für die Wunderline auch in 2015 fortsetzen, schloss Brüning.