Jahrespressegespräch

Wind trägt weiterhin Energiewende in der Region

„Der hohe Anteil Erneuerbarer Energien bei der Stromversorgung unserer Region ist eine einzigartige Chance“, betonte IHK-Präsident Wilhelm-A. Brüning beim Jahrespressegespräch der Industrie- und Handelskammer (IHK) in Emden. Im Kammerbezirk Ostfriesland und Papenburg sind rein rechnerisch 139 Prozent des Strombedarfs aus Erneuerbaren Energien gedeckt worden. Dadurch könne die Region eine Vorreiterrolle einnehmen – nicht nur beim Klimaschutz, sondern insbesondere auch beim Übergang in ein neues Energiezeitalter, so Brüning weiter.
Dieser hohe Prozentsatz stützt sich hauptsächlich auf die Windenergie. Ende 2013 waren im IHK-Bezirk gut 1.300 MW Windenergieleistung und damit 17 Prozent der niedersächsischen Gesamtleistung installiert. Durch sie wurden rein rechnerisch 103 Prozent des regionalen Strombedarfs gedeckt.
„Regionen mit guten Voraussetzungen für Wind können und müssen mehr zum Klimaschutz beitragen“, forderte Brüning, zumal dieser Beitrag auch qualitativ hochwertige Beschäftigungs- und Wertschöpfungseffekte generiere. Die Energiewende in Ostfriesland verbinde somit Klimaschutz mit Wertschöpfungseffekten. Damit eröffne sich eine einzigartige Entwicklungschance.
Wesentlich für die Fortschreibung dieser Energiewende ist Akzeptanz in der Bevölkerung. Akzeptanz stützt sich dabei auf die Säulen Versorgungssicherheit, Bezahlbarkeit, positive Kommunikation und Bürgerbeteiligung. „Deshalb wird es entscheidend sein, dass die Bürger auch in Zukunft die Möglichkeit erhalten, beim Ausbau der Erneuerbaren Energien dabei zu sein“, mahnte der IHK-Präsident. Daher sei es wichtig, dass bei der bevorstehenden Gesetzesänderung auch weiterhin für alle Bürgerinnen und Bürger die Möglichkeit zur Teilhabe erhalten bleibt. Die IHK werde sich dafür einsetzen, dass diese Form der Beteiligung auch weiterhin ihren Platz hat und somit zur regionalen Wertschöpfung beitragen kann. „Die Energiewende braucht die Dynamik, die vor Ort entsteht“, stellte Brüning fest.
Zudem sollten sich alle Akteure in der Region auf innovative und zukunftsorientierte Phasen der Energiewende konzentrieren: Die Entwicklung von intelligenter Erzeugung, intelligentem Transport, intelligentem Verbrauch und intelligenter Speicherung. Vor diesem Hintergrund unterstützt die IHK mit Nachdruck das Projekt „Schaufenster intelligente Energie“ – und darüber hinaus weitere Projekte und Vorhaben, beispielsweise zu Speichertechnologien und Power-to-Gas, die für die Region weitere Zukunftsfelder der Energiewende erschließen. Auch die Netzwerkinitiative GreenTech von Hochschule Emden/Leer und IHK sei eine Plattform, um solche Projekte weiter voranzutreiben und neue Ideen zu entwickeln.