Tipps zum Ausbildungsstart

Um Auszubildenden den Start in die Ausbildung so einfach wie möglich zu machen, gilt es einige Punkte zu berücksichtigen. Denn der erste Ausbildungstag bleibt den Auszubildenden nachhaltig in Erinnerung. Daher sollte der erste Ausbildungstag bzw. der Beginn der Ausbildung gut vorbereitet sein. In der folgenden Checkliste sind die wichtigsten Punkte zusammengefasst:
Sind die Ausbildungsverträge online erstellt und die "Anfrage auf Eintragung" an die IHK verschickt?
Der Ausbildende hat vor Beginn der Berufsausbildung mit dem Auszubildenden einen Berufsausbildungsvertrag zu schließen. Folgende Inhalte müssen in dem Vertrag mindestens festgelegt sein:
-der Beruf, in dem ausgebildet werden soll,
-Beginn und Dauer der Berufsausbildung,
-Ausbildungsmaßnahmen außerhalb der Ausbildungsstätte,
-Dauer der regelmäßigen täglichen Arbeitszeit,
-Dauer der Probezeit,
-Zahlung und Höhe der Vergütung,
-Dauer des Urlaubs,
-Voraussetzungen, unter denen der Berufsausbildungsvertrag gekündigt werden kann,
-Hinweis auf anzuwendende Tarifverträge, Betriebs- oder Dienstvereinbarungen.
Der Ausbildungsvertrag ist zum Beginn der Ausbildung online bei der IHK einzureichen.
Liegen Ausbildungsnachweise vor?
Ausbildungsnachweise sind stickwortartige Berichte über die durchgeführten Ausbildungstätigkeiten während einer dualen Berufsausbildung. Die Nachweise sind wöchentlich, mindestens aber zweimal monatlich wahrheitsgemäß und vollständig in einem Berichtsheft zu führen (soweit dies im Rahmen der jeweiligen Ausbildung verlangt wird, § 43 Abs. 1 Nr. 2 BBiG). Die IHK bietet für die Erstellung der Nachweise entsprechende Vorlagen an.
Liegt die aktuelle Ausbildungsordnung vor?
Jeder bundesweit anerkannte Ausbildungsberuf basiert auf einer Ausbildungsordnung. Bei der betrieblichen Ausbildung müssen Ausbilder und Auszubildende viele rechtliche Aspekte beachten. Die aktuelle Verordnung für sämtliche Ausbildungsberufe finden Sie auf der Internetseite des Bundesinstituts für Berufsbildung.
Sind die Auszubildenden bei der Berufsschule und Krankenkasse angemeldet?
Jeder Auszubildende hat seinem Ausbildungsbetrieb vor Beginn der Ausbildung eine Mitgliedsbescheinigung der Krankenkasse vorzulegen. Zudem sind alle Auszubildenden für die Dauer ihrer Berufsausbildung berufsschulpflichtig. Der Ausbildungsbetrieb hat deshalb die Pflicht, ihren Auszubildenden vor Beginn der Berufsausbildung bei der zuständigen Berufsschule anzumelden. Die zuständigen Berufsschulen finden Sie hier.
Ist der betriebliche Ausbildungsplan (Versetzungsplan erstellt)?
Der Ausbildungsplan ist eine sachliche und zeitliche Gliederung der Ausbildungsinhalte in einem Betrieb. Er wird auf der Grundlage des Ausbildungsrahmenplans individuell für die Auszubildenden erstellt. Wichtig ist dabei, dass der Plan pädagogisch sinnvoll aufgebaut ist und den tatsächlichen Ausbildungsverlauf darstellt. Wie Sie einen Ausbildungsplan erstellen können, erfahren Sie hier.
Steht ein Arbeitsplatz für die Auszubildenden bereit?
Damit sich die Auszubildenden von Beginn an in ihrem Ausbildungsbetrieb wohl fühlen und motiviert sind, ist die frühzeitige Bereitstellung von Arbeitsplatz und -kleidung wichtig. In kaufmännischen Bereichen sollten Betriebe zusätzlich darauf achten, dass für die Auszubildenden die entsprechenden EDV-Rechte vorliegen.
Wer empfängt die neuen Auszubildenden?
Der erste Eindruck ist wichtig: Der erste Ausbildungstag bleibt vielen Auszubildenden nachhaltig in Erinnerung. Und er setzt gleichzeitig den Grundton für die weitere Zusammenarbeit. Aus diesem Grund sollten bereits am ersten Arbeitstag die wichtigsten Ansprechpartner vorgestellt und nach Möglichkeit auch ein Treffen mit dem Geschäftsführer vereinbart werden.
Wer informiert den Auszubildenden über das Unternehmen?
Am ersten Ausbildungstag sind viele Dinge wie zum Beispiel die Räumlichkeiten oder die Kollegen ganz neu. Damit sich die Auszubildenden schnell einen Überblick verschaffen können, sollten sie frühzeitig im Betrieb herumgeführt werden. Unternehmen sollten dabei rechtzeitig klären, ob der Ausbilder oder eine andere Person diese Aufgabe übernimmt.
Ist eine Sicherheitsunterweisung zeitlich und personell eingeplant?
Die Auszubildenden bewegen sich oft in einer gänzlich neuen Umgebung. Das führt mitunter dazu, dass sie Gefahrenquellen nicht gleich als solche erkennen. Aus diesem Grund ist es wichtig, dass sie zeitnah eine Einweisung in die Sicherheitsvorschriften am Arbeitsplatz bekommen.
Wenn ein Ausbildungsbetrieb minderjährige Auszubildende einstellt, dann müssen sie zudem darauf achten, dass am ersten Ausbildungstag eine ärztliche Bescheinigung vorliegt. Aus dieser muss hervorgehen, dass keine gesundheitlichen Bedenken gegen die Durchführung der Berufsausbildung bestehen.