Soft Opening

Ablauf des Soft Openings

a.     Allgemeine Kriterien

Verlässlichkeit braucht Regeln. Daher sollte es für das Soft Opening allgemeine Kriterien geben, an denen sich die Unternehmen orientieren können. So ist etwa in Branchen bzw. Unternehmen, die ihre Kundenfrequenz verlässlich steuern und einen Mindestabstand gewährleisten können, eine Öffnung in einer frühen Phase möglich. Dabei ist klar zu definieren, welche Branchen bzw. Betriebe wann und unter welchen Auflagen wieder tätig sein dürfen.
Folgende drei Kriterien sollten bei der Abwägung eine besondere Rolle spielen:
  • Kontaktintensität: Wie intensiv im Sinne von Dauer und Nähe ist der Kontakt zwischen Mitarbeitern und Kunden oder den Kunden untereinander?
  • Personendichte: Wie hoch ist die Zahl der in einem Raum bzw. auf einer Fläche zusammentreffenden Personen je qm?
  • Regionale Betroffenheit: Wie hoch ist die Zahl kritischer (Neu-)lnfektionen in einer Teilregion (z. B. Landkreis), z. B. gemessen an den regional bereitstehenden lntensivkapazitäten?
Für diese Kriterien sollte die Politik transparente und verbindliche Grenzwerte setzen. Bei deren Einhaltung sollte eine Eröffnung ermöglicht werden.

b.     Vierstufenplan

Um die Wirtschaft geordnet und für Unternehmen planungssicher wieder in einen Zustand des Normalbetriebs steuern zu können, bietet sich ein mehrstufiges Verfahren an. Denkbar ist folgender, zeitlich gestaffelter Vierstufenplan:
  1. Öffnung des Einzelhandels unter Auflagen (z. B. Kapitel 2c). Dabei sollte es keine Unterscheidung nach Sortimenten geben. Gastronomie könnte in Stufe 1 weiterhin nur für Abhol- und Lieferdienste geöffnet sein, Ausnahmen könnten für die Außengastronomie ermöglicht werden. Ggf. vorübergehende Lockerung des Verbots zur Sonntagsöffnung und großzügige Regelung zur Nutzung öffentlichen Raums als Verkaufsfläche/Gastronomiefläche.
  2. Öffnung von Betrieben mit Dienstleistungen am Menschen sowie Betrieben der Gastronomie und Beherbergungsbetriebe sowie Hotels unter Auflagen.
  3. Öffnung touristischer Sehenswürdigkeiten (z.B. Museen), Freizeiteinrichtungen (z.B. Kletterhallen, Go-Kart-Bahnen etc.) sowie -parks.
  4. Perspektive für die sukzessive Öffnung der weiterhin geschlossenen Bereiche: Kinos, Theater, Messen, Clubs, Sporteinrichtungen und -veranstaltungen etc.
In jeder Stufe ist es erforderlich, ein konkretes Anforderungsprofil je Wirtschaftsbereich für den Erhalt der Betriebsfreigabe zu definieren. Weiter muss feststehen, wer die Einhaltung der Vorgaben wie prüft.