Soft Opening

Voraussetzungen für ein Soft Opening

Um die Wirtschaft geordnet und schrittweise hochzufahren, bedarf es besonderer medizinischer (a) und gesellschaftlicher (b) Voraussetzungen. Diese tragen kombiniert mit weiteren abstrakten Regeln für das Verhalten der Menschen (c) zu einer höheren Sicherheit bei.

a.    Medizinische Voraussetzungen
  • Stabil abgeflachte (Neu-)lnfektionskurve
  • Möglichst keine Überlastung der medizinischen Kapazitäten zur Behandlung von Corona-I nfizierten
  • Ausreichende Verfügbarkeit von Schnelltest-Kapazitäten
  • Ausreichende Verfügbarkeit von Schutzbekleidung, Masken, Medikamenten und Desinfektionsmitteln

b.    Gesellschaftliche Voraussetzungen
  • Verlässlich geöffnete Betreuungseinrichtungen und Schulen. Die Öffnung der Kinderbetreuungseinrichtungen und Schulen hat unmittelbare Auswirkungen auf die berufliche Verfügbarkeit der Arbeitnehmer. Das Land Niedersachsen hat bereits angekündigt, die Abiturklassen ab dem 20. April 2020 beschulen zu wollen. Die Abiturprüfungen sollen ab dem 11. Mai 2020 stattfinden.
  • Wiederaufnahme der regulären Taktung im öffentlichen Personen-Nahverkehr (ÖPNV). Der ÖPNV ist für zahlreiche Arbeitnehmer Voraussetzung dafür, den Arbeitsplatz pünktlich zu erreichen. Ggf. ist dabei die Taktung der Linien zu erhöhen, um die Ansteckungsgefahr zwischen den Passagieren zu vermindern. Hinzu kommen für die Träger des ÖPNV weitere Maßnahmen des Infektionsschutzes, z. B. die Desinfektion von Griffen, Sitzen und Scheiben.
  • Sicherstellung der Arbeitsfähigkeit der öffentlichen Verwaltung. Zahlreiche Funktionen der öffentlichen Verwaltung haben enge Verbindungen zum Wirtschaftssystem (z. B. Gewerbeämter, Amtsgerichte, Kfz-Zulassungsstellen, Planungsämter). Ihre Arbeit ist insofern Vorbedingung für das Wiederanfahren der Unternehmen. Das gilt im Übrigen auch für die politische Gremienarbeit. Häufig sind politische Beschlüsse notwendige Voraussetzung für wirtschaftliche Aktivitäten, etwa im Bereich Planen und Bauen.

c.    Abstrakte Regeln zur Betriebsfreigabe
         Abstand wahren 
  • Mindestabstand von 1,5m - 2m (z. B. bei Beratungsgesprächen im Handel und bei Dienstleistungen sowie zwischen den Tischen in Restaurants, ggf. durch entsprechende Markierungen sowie durch Vorgaben zur Anzahl der Kunden je qm Geschäftsfläche)
  • Sichtscheiben in den Kassenbereichen zwischen Kunden und Personal
  • verlängerte Öffnungszeiten, um Kunden- und Gästeaufkommen besser zu verteilen, ggf. auch an Sonntagen

         Hygiene sicherstellen
  • Betreten von Geschäftsräumen nur mit vorheriger Hand-Desinfektion und Tragen eines Mundschutzes (Desinfektionsspender am Eingang; alternativ: Einweghandschuhe)
  • Mundschutz-Tragepflicht für Restaurant-, Laden- und Beratungspersonal Regelmäßige Handdesinfektion des Personals bei Arbeitsbeginn und -ende sowie laufend anlassbezogen
  • Benennung eines Hygienebeauftragten im Betrieb sowie Erarbeitung und Umsetzung eines betrieblichen Hygienemanagements

         Identitäten festhalten
  • Fest vereinbarte Kunden- bzw. Besuchstermine (mit Personenfeststellung) zur besseren Nachverfolgbarkeit
  • Elektronische Systeme über Handydaten nutzen (Corona-App)